Child Protection Guidelines

Unsere Haltung zum Kinderschutz

Die Intrepid Group unterstützt aktiv die bewährtesten Ansätze zum Schutz von Kindern und arbeitet daran, sicherzustellen, dass Kinder und ihre Familien vor Leid bewahrt werden.

Der Begriff ‘Kinderschutz’ bezieht sich auf die Vorbeugung und Reaktion gegen die Gewalt, Ausbeutung und den Missbrauch von Kindern. Dies beinhaltet kommerzielle sexuelle Ausbeutung, illegalen Handel sowie Kinderarbeit und gefährliche traditionelle Praktiken. Es gibt einige Kinder, die stärker gefährdet sind, geschädigt zu werden: Kinder, die in Armut, in Regionen mit hoher Tourismusdichte, ohne elterliche Fürsorge und im Konflikt mit dem Gesetz leben, sind dem höchsten Risiko ausgesetzt.

In jedem Land der Welt finden Verstöße gegen das Recht des Kindes auf Schutz statt. Neben den verletzten Menschenrechten werden die Missbräuche ebenfalls kaum wahrgenommen und es wird im Verhältnis wenig über die Risiken hinsichtlich des Überlebens und der Entwicklung von Kindern berichtet.

Die Intrepid Group erkennt, dass die Belastung durch den Tourismus die Kraft hat, die Risiken der Verletzungen gegenüber Kindern zu steigern und erkennt ihre Verantwortung und Verpflichtung, keinerlei Schaden in den Regionen anzurichten, die wir besichtigen.

Freiwilligentourismus

Die Intrepid Group verfolgt das Ziel, Spaß sowie bezahlbaren und nachhaltigen Tourismus zu bieten, der vorteilhaft für die örtlichen Gemeinschaften ist. Wir erhalten viele Anfragen von Reisenden, die daran interessiert sind, ihre Reise mit einer Möglichkeit zu kombinieren, den Menschen über mögliche Freiwilligentätigkeit etwas zurückzugeben und anderen damit zu unterstützen. Dies wird oft als ‘Freiwilligentourismus’ bezeichnet. Die Intrepid Group ist vorrangig ein Reiseunternehmen und wir glauben daran, dass das unsere Stärke ist. Wir haben eine langjährige und starke Beziehung zu den örtlichen Gemeinschaften, aber wir glauben, dass Gemeinden, die die Unterstützung von Freiwilligen suchen, besser von spezialisierten Agenturen betreut werden.

Es gibt viele ausgezeichnete Agenturen auf der ganzen Welt, die sich damit auskennen und entsprechend gut reagieren, wenn Gemeinschaften und Organisationen Freiwilligenarbeit anfragen. Um effektiv zu sein und die Bedürfnisse der Gemeinschaften priorisieren zu können, benötigen diese Agenturen eine Reihe spezialisierter Fähigkeiten.

Die Intrepid Group hat diese spezialisierte Erfahrung nicht und bietet daher gegenwärtig keine kurzzeitigen Möglichkeiten zur Freiwilligenarbeit an.

Einige Experten warnen davor, dass eine kurzfristige Freiwilligenarbeit nicht immer hilfreich ist. Dies kann zum Beispiel folgende Gründe haben:

 

  • Die Organisationen werden abhängig von dem Geld, das die kurzzeitigen Freiwilligen mitbringen – dies führt zu Projekten, die sich mit den falschen Bedürfnissen befassen, neue Bedürfnisse verursachen oder die Sicherheit von Kindern und der Gemeinschaft einem Risiko aussetzen;
  • Unvorbereitete und untrainierte Freiwillige können mehr Schaden anrichten, als dass sie Gutes tun – insbesondere bei der Arbeit mit Kindern, die oft besonders komplexe Bedürfnisse und eine von Missbrauch geprägte Geschichte haben;
  • Kinder können verletzt werden – viele Studien haben gezeigt, dass ein steter Strom von neuen Besuchern und Freiwilligen, die oft in einer sehr kurzen Zeit ein Gefühl von Verbundenheit zu den Kindern aufbauen, einen negativen Effekt auf die frühe Kindheitsentwicklung haben kann. Daraus können Lernschwierigkeiten und Bindungsstörungen entstehen sowie Schwierigkeiten darin, eine gesunde Beziehung aufzubauen. Diese Auswirkungen können lebenslang und generationsübergreifend sein;
  • Ein steter Strom von Freiwilligen führt zudem zu einem Arbeitsplatzverlust bei den Einheimischen – dies wirkt sich auf die Gesundheit der regionalen Wirtschaft aus und gefährdet die Lebensgrundlage der Familien.

Waisenhaustourismus

Mehr als acht Millionen Kinder leben weltweit in stationären Betreuungseinrichtungen, und von diesen Kindern haben zwischen 70 und 90 % ein oder mehr lebende Elternteile. Vorausgesetzt, dass die richtige Unterstützung angeboten wird, sind in den meisten Fällen die Eltern in der Lage, sich um die Kinder zu kümmern.

Was ist eine stationäre Betreuungseinrichtung?

Stationäre Betreuung bezieht sich auf Einrichtungen mit Wohngruppen für Kinder, die keine Betreuungsperson haben oder deren biologische Eltern nicht in der Lage sind, sich um sie zu kümmern. Bezahltes Personal kümmert sich rund um die Uhr um die Kinder und erfüllt deren Grundbedürfnisse wie Essen, Kleidung und Bildung. Dies sind unter anderem sichere Orte für Notfallbetreuung, Übergangszentren in Notfallsituationen und alle weiteren kurz und langfristigen Pflegemöglichkeiten – inklusive Gruppenunterkünften. Andere Bezeichnungen für diese Art der Fürsorge sind Heimunterbringung, Waisenhäuser, Kinderheime, Schutzunterkünfte, Heimschule oder Kinderdorf.
Die Intrepid Group ist Mitglied von ReThink Orphanages. ReThink Orphanages bezweckt die Verringerung der unnötigen Institutionalisierung von Kindern, indem sie sich an die Führungspersonen der Institutionalisierung wendet – eine wesentliche ist die des Waisenhaustourismus.

Waisenhaustourismus ist das Ergebnis davon, wenn gute Intentionen und Wirklichkeit nicht zusammenpassen. Reisende und Freiwillige in Waisenhäusern wollen wirklich helfen, aber ihr Einsatz kann oft ein System aufrechterhalten, in dem Kinder von ihren Familien getrennt und in manchen Fällen missbraucht werden.

Die Intrepid Group bietet Reisenden Besuche oder Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern oder Betreuungseinrichtungen nicht als Teil einer enthaltenen oder optionalen Aktivität an.

Die Position der Intrepid Group in Bezug auf Besuche und Freiwilligenarbeit gilt für alle Arten von stationärer Betreuung, einschließlich Waisenhäuser, Schutzunterkünfte, Übergangszentren, Notfallstationen, Heimschulen, Kinderdörfern, Kinderzentren und Kinderheimen.

Irgendwelche Fragen oder Anliegen?

Wenn Du Dir dennoch unsicher bist, was in Bezug auf den Kinderschutz angemessen ist, oder Du weitere Fragen zu diesen Richtlinien hast, kontaktiere bitte Deinen lokalen Reiseberater für weitere Beratung oder schreibe uns eine E-Mail an responsible.business@intrepidgroup.travel.
Falls Du Bedenken zu einem bestimmten Anbieter/Partner von uns hast, kontaktiere bitte Deinen Reiseberater oder schreibe uns eine E-Mail an responsible.business@intrepidgroup.travel, sodass wir über Bedenken informiert werden.Um noch mehr darüber zu erfahren, wie Intrepid die bewährten Methoden für Kinderschutz unterstützt, lese unseren aktuellsten Bericht zum United Nations Global Compact.

Besonderen Dank für ihre Beratung während der Erstellung dieser Richtlinien gilt ReThink Orphanages. ReThink Orphanages ist ein branchenübergreifendes Netzwerk, das die unnötige Institutionalisierung von Kindern zu verhindern versucht, indem es die Art und Weise, wie sich Australien mit Hilfe und Entwicklung in Übersee engagiert, ändert.

Falls Du dieses ehrenwerte Projekt mit dem Fokus auf Kinderschutz unterstützen möchtest, fördert die Intrepid Foundation verschiedene Organisationen, die ihren Fokus auf den Schutz von missbrauchten und vernachlässigte Kindern legen sowie auf den Wiederaufbau von Familienbeziehungen. Alle Spenden kommen dort an, wo sie gebraucht werden – für mehr Informationen sehen Sie sich die Intrepid Stiftung an.

Was Du als Reisender tun kannst:

Es gibt ein steigendes Interesse für Aufenthalte bei Gastfamilien unter den Reisenden, die in die Kultur ihres Reiseziels eintauchen wollen. Dennoch stellen Aufenthalte in Gastfamilien – für den Reisenden und die Gemeinschaften selber – ein konkretes Risiko für den Kinderschutz dar. Bei Deinem Aufenthalt in einer Gastfamilie vermeide körperlichen Kontakt mit Kindern. Dies beinhaltet auch Händchen halten, Umarmen, Kuscheln, Tragen von Kindern.

Die Intrepid Group arbeitet mit Anbietern von Unterkünften zusammen, die unseren Verhaltensrichtlinien folgen.

Wenn Du irgendeinen der folgenden Punkte beobachtest, informiere bitte deinen Tourguide oder Reiseberater:

Kinder, die in Hotels arbeiten, Taschen tragen, kochen, Kunden bedienen oder putzen;
Einheimische Kinder, die mit Fremden das Hotel betreten oder verlassen;
Einheimische Kinder, die Hotelzimmer betreten oder verlassen;
Einheimische Kinder, denen es erlaubt wird, in dem Hotel zu betteln oder Dinge an die Gäste zu verkaufen.

Es ist wichtig zu beachten, dass in vielen Entwicklungsländern Kinder häufig in familiengeführten Unternehmen vor oder nach der Schule und während der Ferien arbeiten. Wenn Du denkst, dass dies der Fall ist, bespreche Dein Anliegen bitte direkt mit den Tourguide oder deinem Reiseberater.

Viele Reisende möchten ihre Erfahrungen dokumentieren, indem sie Fotos von Menschen und Orten, die sie besuchen, machen. Während das in den meisten Fällen akzeptabel ist, ist es wichtig zu verstehen, dass das Fotografieren ein Risiko für Kinder darstellt.

Die Intrepid Group folgt vorbildlichen Verfahren, wenn Einheimische der Gemeinden, die wir besuchen, fotografiert werden und wir bestärken unsere Reisenden, das Gleiche zu tun. Einige Richtlinien, die wir empfehlen, beinhalten die folgenden Punkte:

Die Bilder und Botschaften sollten immer die Würde, Werte, Geschichte, Religion und Kultur der Menschen, die fotografiert werden, respektieren;
Sei Dir bewusst darüber, wie Bilder von Kindern geteilt werden, einschließlich in sozialen Netzwerken. Wenn es möglich ist, bewahre die Bilder von Kindern in Deiner privaten Sammlung auf;
Wenn eine Person erkennbar krank oder in Not ist oder nicht fotografiert werden möchte, ist es wichtig, dass Du kein Foto machst.

Es ist außerdem sinnvoll, die folgenden Fotomotive zu vermeiden:
Kinder auf der Straße oder in Schulen, Kinderheimen und Waisenhäusern;
Mit Kindern kuscheln/posieren;
Kinder als Requisiten in einem Foto.

Versuche stattdessen Fotos zu machen, die die Landschaft, Familien und regionale Sehenswürdigkeiten darstellen.

Viele Reisende bringen Kindern gerne Geschenke wie Spielsachen, Bücher, Stifte und Süßigkeiten mit. Die Intrepid Group unterstützt und ermutigt Reisende nicht, den einheimischen Kindern Geschenke mitzubringen oder zu kaufen, weil:

Das Verteilen von Geschenken den Glauben fördert, dass alle Touristen ungefährlich sind und die Konzepte der Ungleichheit aufrechterhält;
Einige Kinder Teil eines organisierten Bettelverbandes sind, in dem sie Missbrauch und Gewalt erfahren und zum Betteln genötigt werden;
Wenn Kinder Geschenke von Reisenden bekommen, es wahrscheinlich ist, dass sie nicht zur Schule gehen, um stattdessen zu betteln;
Das Verteilen von Süßigkeiten an die Kinder bewirken kann, dass das Risiko für Karies und orale Erkrankungen steigt. Dies kann in Ländern mit einer geringen zahnärztlichen Gesundheitsversorgung wesentlichen Schaden anrichten;
Viele Geschenke einfach zurück an die lokalen Geschäfte verkauft werden.

Die Besuche und Interaktion mit einheimischen Gemeinden sind Teil einer Erfahrung der Intrepid Group. Es ist wichtig zu verstehen, dass – wie die Gemeinden von Gastfamilien – nicht alle Gemeinden oder Mitglieder der Gemeinschaft den Umgang mit fremden Touristen gewohnt sind.

Die Intrepid Group bittet darum, den schädlichen Einfluss auf einheimische Gemeinschaften zu minimieren und Kinder zu schützen:

Keine Geschenke an die Mitglieder der Gemeinschaften verteilen (Kinder eingeschlossen);
Nicht auf physischen Kontakt mit Kindern einlassen (das beinhaltet Händchen halten, umarmen, tragen von Kindern etc.);
Sicherstellen, dass die Reisenden immer beaufsichtigt sind, wenn einheimische Kinder anwesend sind.

Viele Gemeinschaften, die Aufenthalte in Gastfamilien anbieten, haben unter Umständen erst wenig Kontakt mit touristischen/fremden Reisenden gehabt und daher nur wenig Kenntnis über die damit einhergehenden Risiken. Der Tourismus stellt eine Belastung für die verschiedenen Kulturen, Gewohnheiten und sozialen Normen dar, von denen viele erheblich von denen der Gastgemeinschaft abweichen.

Kinder in diesen Gemeinschaften sind besonders durch die Auswirkungen des Tourismus gefährdet und verlassen sich auf die Erwachsenen in ihrem Leben, die sie vor Leid beschützen sollen. Leider besteht die Möglichkeit, dass der Tourismus eine neue Erfahrung für die Erwachsenen in den Gemeinschaften der Gastfamilie darstellt und dementsprechend auch die Kenntnisse über Risiken für Kinder gering sind.

Konkrete Risiken für Kinder in Gemeinschaften mit Gastfamilien sind:

Physischer, emotionaler und sexueller Missbrauch durch Reisende, die während ihrer Aufenthalte bei den Gastfamilien übernachten und sich frei in der Gemeinschaft bewegen;
Unangemessenes Verhalten/Verhalten, das nicht dem Alter der Kinder angemessen ist.